Arbeitsgruppe Genomdatenanalyse
(Computational Genomics)

Die Computational Genomics Gruppe entwickelt computergestützte Methoden für die OMICs-Datenanalyse mit Schwerpunkt NGS-Anwendungen in der klinischen Diagnostik und Personalisierten Medizin. Die Identifizierung von krankheits- oder krebsspezifischen Veränderungen auf molekularer Ebene ist eine wichtige Voraussetzung für die optimale individuelle Behandlung von Patienten. Die Arbeitsgruppe entwickelt neuartige Algorithmen zur Identifizierung und Priorisierung von kausalen Mutationen bei seltenen und familiären Erkrankungen sowie in groß angelegten Krebsstudien.

Im Rahmen des International Cancer Genome Consortium (ICGC) entwickelt sie Methoden zur Identifizierung von genetischen Krebsrisikofaktoren sowie somatischen Mutationen, welche die Entwicklung von Tumoren begünstigen oder auslösen. Als komplementäres Tätigkeitsfeld entwickelt die Gruppe Techniken zur metagenomischen Analyse von pathogenen und nichtpathogenen Bakterien, um die Verbreitung von Antibiotikaresistenz zu studieren.

Prof. Dr. Stephan Ossowski

AG-Leiter

Prof. Dr. Stephan Ossowski

studierte Bioinformatik an der Universität Tübingen und promovierte 2010 am Max-Planck Institut für Entwicklungsbiologie über die Genom-Analyse mit Hilfe von Next-Generation-Sequencing (NGS) und ihrer Anwendung in der Populationsgenetik. Im Jahr 2008 veröffentlichte er die erste Genom-Analyse eines Pflanzengenoms mit NGS-Technologie und beschäftigt sich seitdem mit der Entwicklung neuer Algorithmen und statistischer Methoden für die NGS-Analyse. Nach einem kurzen Aufenthalt am MIT in Boston begann er als Gruppenleiter am Centre for Genomic Regulation in Barcelona. Sein Labor entwickelte experimentelle und rechnerische Methoden für medizinische Genomik und Epigenomik mit einem Fokus auf NGS-basierte Anwendungen in der klinischen Diagnostik und Personalisierten Medizin.

2017 wurde Stephan Ossowski zum Professor für Klinische Genomdatenanalyse am Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik der Universität Tübingen berufen. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der  Entwicklung neuer Methoden für die Diagnostik von seltenen Erkrankungen  und Krebs, studiert Tumorbiologie, genetische Krebsrisikofaktoren sowie die Verbreitung von Antibiotikaresistenzgenen, und testet neue Methoden wie z. B. Liquid Biopsy und Nanopore-Sequencing.