Arbeitsgruppe SCA 3

Projekte

Die genau Pathogenese der Spinocerebellaren Ataxie Typ 3 (SCA3) ist noch nicht bekannt (siehe Abbildung).

In unserer Arbeitsgruppe untersuchen wir die Mechanismen und Hintergründe der Erkrankung. Auf molekularer und Protein-biochemischer Ebene interessieren uns die bislang ungeklärte physiologische Funktion von Ataxin-3, sowie Faktoren, die das Erkrankungsalter der SCA3 beeinflussen.

Um den genauen Ablauf der Pathogenese untersuchen zu können, verwenden wir auf zellbiologischer Ebene ein Erkrankungsmodell in Zellkultur. Globale Zusammenhänge der SCA3 im Gesamtkontext eines Organismus können nur im Tiermodell untersucht werden. Aus diesem Grund greifen wir auf transgene Mäuse zurück, in denen wir den Erkrankungsverlauf im Zeitraffer untersuchen können.

Abbildung: Ein Modell der Pathogenese der SCA3.

Das MJD1 Gen mit verlängertem CAG-Bereich wird transkribiert (1) und in Ataxin-3 mit expandiertem Polyglutaminbereich translatiert (2). Die Expansion könnte aufgrund von Fehlfaltungen veränderte Protein-Interaktionen bewirken. Ataxin-3 scheint gespalten zu werden (3) und der C-Terminus mit dem Polyglutamin-Bereich gelangt in den Zellkern (4). Chaperone und Proteasomen versuchen, die Fehlfaltung zur korrigieren bzw. das fehlgefaltete Protein abzubauen (5). Jedoch kommt es zur Protein-Aggregation (6), die in der Bildung von intranukleären Einschlusskörperchen (7) resultiert. Welche Faktoren schließlich das Absterben von Nervenzellen bewirken, ist noch nicht bekannt. (Abbildung verändert nach Schöls et al., 2004).
 

Geförderte Projekte und Zusammenarbeit

Unsere Projekte wurden und werden unterstützt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Europäische Union mit den europaweiten Forschungsverbund EUROSCA, dem luxemburgischen Ministerium für Kultur, Hochschulwesen und Forschung, der Fritz-Thyssen-Stiftung für Wissenschaftsförderung, Ataxia UK, National Ataxia Foundation (NAF), der Deutschen Heredo-Ataxie Gesellschaft e.V. (DHAG) und der Universität Tübingen (fortüne-Programm).