Spezialsprechstunden

Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs

Der Standort Universitätsklinikum Tübingen (Frauenklinik/Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik) ist Mitglied des deutschen Konsortiums für familiären Brust- und Eierstockkrebs

Etwa jede zehnte Frau erkrankt an Brustkrebs und ca. eine Frau von 100 an Eierstockkrebs. Bei einem kleinen Prozentteil (< 10%) liegt eine familiäre (genetische) Tumorneigung vor. An eine familiäre Tumorneigung wird gedacht, wenn mehrere Familienmitglieder von Brust- und/oder Eierstockkrebs betroffen sind, ein besonders junges Erkrankungsalter vorliegt oder Frauen beidseitig erkranken. Ebenfalls kann eine zusätzliche männliche Brustkrebserkrankung in der Familie richtungsweisend sein.

Sollten in Ihrer Familie z.B.

  • mind. eine Frau vor dem 36. Lebensjahr an Brustkrebs erkrankt
  • mind. zwei Frauen vor dem 50. Lebensjahr an Brustkrebs erkrankt
  • mind. drei Frauen an Brustkrebs unabhängig vom Erkrankungsalter erkrankt
  • mind. eine Frau an Brust- und eine Frau an Eierstockkrebs erkrankt
  • mind. ein Mann mit Brustkrebs erkrankt

sein ist eine Beratung in unserer Krebsrisikosprechstunde sinnvoll. Für den familiären Brustkrebs sind hauptsächlich zwei Gene - BRCA1 und BRCA2 - verantwortlich. Macht die Familiengeschichte anhand der oben beschriebenen Kriterien eine erbliche Belastung wahrscheinlich, können wir diese beiden Gene - in der Regel bei einer Betroffenen - anhand einer Blutprobe untersuchen. Bei Nachweis einer genetischen Veränderung können sich weitere Familienangehörige prädiktiv (vorhersagend) testen lassen, um ihr individuelles Erkrankungsrisiko besser einschätzen zu können. Auf wissenschaftlicher Studie können acht weitere Gene mit untersucht werden, die mit Brust- und/oder Eierstockkrebs assoziiert sind. Anlageträgerinnen einer familiären Tumorneigung steht im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum im Haus ein intensiviertes Früherkennungsprogramm abhängig der gefundenen Veränderung zur Verfügung (Tel. 07071-2980777).

Sie können sich gern auch zur genetischen Beratung vorstellen wenn Sie bisher in einem anderen Brustzentrum außerhalb Tübingens betreut wurden.

Hilfreiche Informationen zu unterschiedlichen Aspekten der genetischen Testung bei familiärem Brustkrebs und den klinischen Konsequenzen sowie der Bedeutung für die Familie können Sie der unten aufgeführten Broschüre im Internet entnehmen.

MammaMia Spezial Brustkrebsmagazin (1/2009)

Schwerpunktthema: Familiärer Brust- und Eierstockkrebs. Medizinische Genetik (08/2015)


Molekulargentische Testung BRCA1/2 vor PARPi-Therapie bei Ovarialkarzinom Patientinnen

Am Universtätsklinikum Tübingen wurde ein interdiziplinäres Konzept entwickelt, um eine genetische Testung der Gene BRCA1 und BRCA2 vor Oliparib-Therapie anzubieten.

Bei Tumorrelevanz ist eine Testung innerhalb von zwei bis drei Wochen aus FFPE oder nativem Tumorgewebe möglich. Weitere Informationen finden Sie in unseren ausführlichen Unterlagen.

Bei Fragen können Sie uns auch gern persönlich kontaktieren


Ansprechpartner:

Sekretariat Molekulargenetisches Labor:

Tel. 07071 / 29-72 27 0


OA Dr. Hoa Huu Phuc Nguyen

Tel. 07071 / 29-72 28 3

Sekretariat MVZ Stuttgart

Tel. 0711 / 99 11 46 0

E-Mail: hoa.nguyen(at)med.uni-tuebingen.de


Dr. med. Christopher Schroeder

Tel. 07071 / 29-72 29 6

E-Mail: christopher.schroeder(at)med.uni-tuebingen.de